Leistungsspektrum Orthopädie, Unfall- & Wiederherstellungschirurgie

Die Orthopädie, Unfall- und Wiederherstellungschirurgie bietet das gesamte Spektrum der operativen und konservativen Behandlung von Verletzungen und Verschleißerkrankungen an Knochen und Gelenken mit einer breiten Palette moderner operativer Methoden (Osteosynthesen) sowie Gelenkersatzverfahren (Prothetik im Bereich aller großen Gelenke) an.

Durch die zementfreie Implantationstechnik konnte die Indikation zum Gelenkersatz auf jüngere Patienten ausgedehnt werden. Die Weiterentwicklung von Prothesenmodellen und Verbesserung des operativen Vorgehens haben zu sehr guten Ergebnissen in Bezug auf Schmerzfreiheit, Verbesserung der Lebensqualität und Haltbarkeit der Prothese geführt.

Boden- und luftgebunden werden Schwerunfallverletzte durch den Rettungsdienst schonend in die Klinik gebracht und optimal versorgt. Als ein Schwerpunkt hat sich dabei die operative Versorgung offener Frakturen und schwerer Gelenkverletzungen entwickelt.
Unfälle im höheren Lebensalter haben an Häufigkeit und Schwere zugenommen. Spezielle Verfahren berücksichtigen die besonderen Probleme der Alterschirurgie (Begleiterkrankungen, Osteoporose u.ä.) und verbessern deutlich die Heilungsergebnisse. Insbesondere können osteoporotische Wirbelkörperbrüche schonend mit der Ballonkyphoplastik aufgerichtet und stabilisiert werden.

Bei Sportverletzungen werden seit Jahren arthroskopische Verfahren (Spiegelung des Schulter-, Hand-, Knie- und Sprunggelenks, arthroskopische Kreuzbandersatzplastik u.ä.) praktiziert. So konnte eine deutliche Verkürzung der Krankenhausverweildauer bis hin zur ambulanten Operation und eine raschere berufliche Wiedereingliederung erreicht werden. Die Rehabilitation wird durch gezielte Physiotherapie und Krankengymnastik unterstützt.

Alterstraumatologie

Nach Berechnungen des statistischen Bundesamtes wird im Jahr 2050 die Hälfte der Bevölkerung älter als 48 Jahre und ein Drittel der Bevölkerung älter als 60 Jahre sein. Aus der steigenden Lebenserwartung und der damit verbundenen Umverteilung der Lebenspyramide resultiert eine drastisch steigende Häufigkeit von Verletzungen des muskuloskelettalen Systems bei älteren Patienten. Es ist davon auszugehen, dass die Anzahl der stationär behandlungsbedürftigen Unfälle im Alter in den nächsten Jahren überproportional zunehmen wird.

Schon heute stellt die operative und konservative Therapie von Unfallfolgen beim älteren Patienten einen Schwerpunkt in der Abteilung für Orthopädie, Unfall- und Wiederherstellungschirurgie dar. Der Hauptanteil entfällt hier auf hüftgelenksnahe Brüche des Oberschenkelknochens, Brüche des Oberarmknochens, auf handgelenksnahe Brüche und osteoporotische Wirbelkörperbrüche. Weiterhin ist auch mit einer deutlichen Zunahme von sog. periprothetischen Frakturen (Knochenbrüche im Bereich einer einliegenden Gelenkendoprothese) zu rechnen, die häufig eine komplizierte operative Versorgung notwendig machen und eine gute postoperative intensivmedizinische Betreuung erfordern.

Da die Stiftung Juliusspital auch über ein eigenes Seniorenheim verfügt, ist v.a. die Alterstraumatologie eine wesentliche Spezialisierung in dieser Klinik.

Fußchirurgie

Die Bandbreite der Fußchirurgie umfasst neben der operativen Versorgung sämtlicher Verletzungsfolgen am Fuß auch die operative Therapie von Verschleißerscheinungen und die Korrektur von Deformitäten, vor allem im Bereich des Vorfußes.

Zur Behandlung von Knochenbrüchen und Fehlstellungen am Fuß stehen neben den konventionellen auch moderne winkelstabile Osteosynthesematerialien in verschiedenster Ausführung zur Verfügung.

Operative Versorgung von akuten Verletzungen:
  • Naht von Achillessehnenrupturen (minimalinvasiv oder offen)
  • Osteosynthese (Verschraubung/Verplattung) von Brüchen des Außen- und Innenknöchels, des Sprung- und Fersenbeines sowie der Fußwurzel-, Mittel- und Vorfußknochen
  • Naht und Rekonstruktion von Sehnenrupturen oder –durchtrennungen
Neben der Versorgung von akuten Verletzungen am Fuß liegt ein besonderes Augenmerk auch auf der operativen Versorgung von Verschleißerkrankungen und Gelenkfehlstellungen.

Operative Versorgung von Verschleißerscheinungen und Korrektur von Deformitäten:
  • Hallux valgus
  • Hallux rigidus
  • Zehendeformitäten (Krallen- und Hammerzehen)
  • Haglund Exostose
  • Chronische Bandinstabilitäten des Sprunggelenkes
  • Versteifungsoperationen des Sprunggelenks bei
  • Arthrose Arthroskopie des Sprunggelenkes
Als Ansprechpartner stehen Ihnen Oberärztin Dr. med. Silke Meinhardt und Oberarzt Dr. med. Stephan Forster, (Tel. 0931/393-0) zur Verfügung.

Gelenkverletzungen

In Deutschland müssen jährlich über 120.000 Gelenkverletzungen stationär behandelt werden. Hierin noch nicht enthalten sind die Folgeschäden nach einer Gelenkverletzung, die wiederum zu über 500.000 stationären Einweisungen führen. Als zertifiziertes regionales Traumazentrum bieten wir alle gängigen und etablierten Operationsverfahren an. Das operative Spektrum umfasst sämtliche arthroskopische und offene Gelenkoperationen, einschließlich des endoprothetischen Gelenkersatzes. Neben der Meniskuschirurgie und Bandrekonstruktionen (Ruptur des vorderen Kreuzbandes), stellen auch Sehnenverletzungen am Schultergelenk nach einer Gelenkverrenkung (Bankart Läsion und Rotatorenmanschettenruptur) ein häufig behandeltes Krankheitsbild dar. Unser Hauptaugenmerk liegt auf der Versorgung der folgenden Gelenke:
  • Schultergelenk
  • Ellenbogengelenk
  • Handgelenk
  • Hüftgelenk
  • Kniegelenk
  • Oberes Sprunggelenk
Lappenriss des Innenmeniskus im Rahmen einer Gelenkspiegelung des Kniegelenkes

In Abhängigkeit der Verletzungsschwere, des Patientenalters und -wohnorts können heute viele Eingriffe auch ambulant durchgeführt werden.

Hüftendoprothetik

Neben der konventionellen und der Revisions-Hüftendoprothetik werden in der Abteilung für Orthopädie, Unfall-und Wiederherstellungschirugie des Juliusspitals Würzburg seit Anfang des Jahres 2008 Hüftendoprothesen auch minimal-invasiv implantiert. Chefarzt Prof. Dr. med. Alexander Beck hat diese Methode neu eingeführt.

Über einen kleinen vorderen minimal-invasiven Schnitt erfolgt die Implantation der totalen Hüftendoprothese. Diese Technik des sog. „AMIS-Zugangs (anterior-minimal-invasive surgery in total hip replacement) ermöglicht eine weitgehend verletzungsfreie Operation.

Der wesentliche Vorteil bei dieser Operationsmethode mit einem AMIS-Zugang ist, dass keine Muskeln durchtrennt werden müssen und somit der Heilungsprozess erheblich beschleunigt werden kann.

Weitere Vorteile sind:
  • kürzere Krankenhaus- und deutlich kürzere Rehabilitationsaufenthalte
  • kleinere Narbe
  • Verringerung von postoperativen Schmerzen
  • Verringerung des Blutverlustes
  • verringertes Risiko einer Luxation (Herausrutschen des Hüftkopfes aus der Pfanne)
  • schnellere Rückkehr in den Alltag
Die Operation wird in Rückenlage auf einem Spezialtisch (Extensionstisch) durchgeführt. Das Einsetzen der Hüftpfanne, wie auch des Hüftschaftes wird über den selben kleinen Zugang ausgeführt. Trotz des kurzen und kleinen Schnittes kann der Operateur die korrekte Positionierung der Implantate jederzeit überprüfen. Durch den Erhalt der Muskulatur und Hüftgelenkskapsel wird eine sofortige Stabilität der Hüfte ermöglicht, insbesondere verhindert dies durch den Wegfall der Schädigung des mittleren Gesäßmuskels ein Hinken. Die Rehabilitation beginnt bereits am Tag der Operation. Üblicherweise können die Patienten bereits am Folgetag das Bett verlassen und mit Unterarmgehstützen oder einem Gehwagen mobilisiert werden.

„Wir sind sehr froh, dass Patienten im Juliusspital von diesem innovativen und modernen Operationsverfahren profitieren können“, so Chefarzt Prof. Dr. Beck. „Leider sind nicht alle Patienten vom Körperbau für dieses Operationsverfahren geeignet, so dass eine gewisse Auswahl getroffen werden muss. Denjenigen Patienten, die zu einem elektiven Einbau einer Hüftprothese bei degenerativem Verschleiß (Arthrose) ins Juliusspital kommen und dafür geeignet sind, werden wir auf jeden Fall diese Operationsmethode anbieten.“

Weitere Informationen zu diesem Thema finden sich auch im Internet unter: http://www.hip-mis.com oder http://www.meineneuehuefte.de

Kinder

Das Anliegen der Kindertraumatologie besteht darin, kindliche Knochenbrüche und Gelenkverletzungen individuell zu erkennen. Das Bestreben der Unfallchirurgen besteht darin, eine „kindgerechte“ Therapie unter Ausschöpfung sämtlicher konservativer und operativer Therapieoptionen durchzuführen. Dies erfordert größtenteils andere Strategien und Behandlungsmethoden als beim erwachsenen Patienten. Dazu bedarf es in erster Linie profunder Kenntnisse des kindlichen Knochenwachstums. Eine effiziente Behandlung kindlicher Knochenbrüche muss immer die Korrekturmechanismen am wachsenden Skelett, in Abhängigkeit vom Alter des Patienten mitberücksichtigen. Bei Epiphysenfugenfrakturen (Wachstumsfugenbrüchen) kann der Wachstumsknorpel partiell oder komplett zerstört sein. Unbehandelt kann dies von einem Fehlwachstum mit Deformierung des Knochens oder Gelenkes bis zu einem kompletten Verschluss der Wachstumsfuge mit Wachstumsstopp führen. Andererseits gibt es auch eine Reihe von Korrekturmechanismen, die im erwachsenen Skelett nicht vorhanden sind, so dass eine konservative (also nicht operative) Behandlung indiziert sein kann. Egal ob konservativ oder operativ, wir werden im Juliusspital die richtige Therapie für ihr Kind einleiten und durchführen. Es ist uns ein besonderes Anliegen, Sie als Eltern zu jedem Zeitpunkt mit in die Behandlung einzubeziehen.

Bei kinderorthopädischen Fragestellungen beschäftigen wir uns mit angeborenen und erworbenen Deformitäten und Erkrankungen des Bewegungsapparates bei Kindern und Jugendlichen.

Viele dieser Krankheitsbilder wie z.B. kindliche Hüfterkrankungen, Fußdeformitäten, die infantile Cerebralparese sind sehr selten, so dass hier weitere Subspezialisierungen existieren. Einzelne Zentren beschäftigen sich mit diesen sehr speziellen und seltenen Erkrankungen und Operationstechniken. Sofern eine solche Spezialisierung bei uns im Spital nicht möglich ist, finden wir für Ihr Kind das geeignete Krankenhaus, in dem diese spezielle und seltene Deformität bzw. Erkrankung des Bewegungsapparates behandelt wird.

Kinder und Jugendliche sind medizinisch häufig nicht wie kleine Erwachsene zu behandeln. Die Kindertraumatologie und Kinderorthopädie befassen sich somit mit Verletzungen und Fehlwachstum im Kindes-/ Wachstumsalter und deren Folgen. Frakturen und Fehlentwicklungen in diesem Lebensabschnitt haben als Besonderheit, dass sie an einem wachsenden Organismus erfolgen. Es bestehen daher andere und deutlich mehr Kompensations- und Reparaturmechanismen als beim Erwachsenen.

Kinder und heranwachsende Jugendliche, die einer stationären Behandlung im Juliusspital bedürfen, werden auf unseren orthopädisch/unfallchirurgischen Stationen in alters- / kindgerechten Zimmern untergebracht und wie alle unsere Patienten liebevoll versorgt und gepflegt. So ist im Juliusspital zu jeder Zeit eine Fürsorge auch für die Jüngsten eingerichtet. Auf unseren unfallchirurgisch / orthopädischen Pflegestationen sind die Zimmer bedarfsweise kindgerecht eingerichtet. Da uns die Nähe zwischen Eltern und Kind während aller Phasen von Diagnostik und Therapie sehr wichtig ist, bieten wir hier die Möglichkeit des Rooming-In mit Vollversorgung an (immer nur ein Kind mit Mutter bzw. Vater pro Zimmer).

Sprechstunden:
Kindertraumatologische und kinderorthopädische Fragestellungen werden werktäglich in der Sprechstunde von Herrn Chefarzt Prof. Dr. A. Beck behandelt.

Terminvereinbarung unter
Tel. 0931-3931871 (Sekretariat Frau Weidinger):
Montag: 11:30 – 12:30 Uhr
Dienstag – Donnerstag: 13:00 – 15:00 Uhr
Freitag 11:30 – 13:30 Uhr

Notfälle und akute Verletzungen werden zu jeder Tages- und Nachtzeit (24 Stunden) in unserer Notfallambulanz ohne Voranmeldung behandelt.

Knieendoprothetik/Navigation

Neben den Beschwerden bei einer primären Gonarthrose (verschleißbedingte Kniegelenksarthrose im Alter) können auch die bei einer sekundären Gonarthrose (z.B. unfallbedingte Arthrose des Kniegelenkes) durch die Implantation eines künstlichen Kniegelenkes (Kniegelenks-Totalendoprothese) erfolgreich behandelt werden. Um für jeden Patienten das bestmögliche Ergebnis erzielen zu können und um den individuellen Anforderungen gerecht zu werden, stehen unterschiedliche Prothesenmodelle zur Verfügung. In Abhängigkeit der zugrunde liegenden Erkrankung, der Knochenqualität und möglicherweise bestehender Fehlstellungen oder Bandinstabilitäten, kann auf zementierte, zementfreie oder auch achsgeführte Implantate zurückgegriffen werden. Neben den jährlich hundertfach durchgeführten Erstimplantationen zählen auch komplizierte Wechseloperationen (z.B. bei Lockerung der Prothesenkomponenten) zum Spektrum der Abteilung für Orthopädie, Unfall- und Wiederherstellungschirurgie.

Durch die Weiterentwicklung von Prothesenmodellen und die Verbesserung des operativen Vorgehens, werden gute Ergebnisse in Bezug auf Schmerzfreiheit, Verbesserung der Lebensqualität und Prothesenhaltbarkeit erzielt. Durch die Entwicklung von zementfreien Implantaten konnte die Indikation zum endoprothetischen Kniegelenksersatz zudem auch auf jüngere Patienten ausgedehnt werden.

Um den speziellen Anforderungen der weiblichen Kniegelenksanatomie in vollem Umfang Rechnung tragen zu können, wird im Juliusspital bereits die speziell für Frauen neu entwickelte Kniegelenksendoprothese "Gender Solutions" der Firma Zimmer eingesetzt. Das neue Implantatdesign, das die unterschiedlichen anatomischen Verhältnisse von Mann und Frau berücksichtigt, ermöglicht eine bessere Passform des Implantats und erfordert somit geringere intraoperative Anpassungen.

Röntgenaufnahmen eines Kniegelenkes nach Ausbau der gelockerten Kniegelenks-Totalendoprothese und Einbau einer speziellen Revisions-Kniegelenks-Totalendoprothese mit röntgendurchlässigem Spacer (Platzhalter) am medialen Tibiaplateau.

Um die Platzierung der Prothesenkomponenten zu optimieren, steht den Operateuren ein hochmodernes computergestütztes Navigationsgerät zur Verfügung. Hierdurch kann während der gesamten Operation der korrekte Sitz der einzelnen Prothesenkomponenten, die Beinachse und die Stabilität des Außenbandapparates kontrolliert und falls notwendig korrigiert werden.

Nach erfolgtem endoprothetischem Kniegelenksersatz werden die Patienten aus dem Juliusspital in eine Rehabilitationsklinik in der Umgebung verlegt. Die Organisation der Anschlussheilbehandlung erfolgt durch uns bereits in den ersten Tagen nach Operation, so dass eine direkte Verlegung in die Reha-Klinik erfolgen kann. Bei normalem Heilverlauf kann die Anschlussheilbehandlung nach 10-14 Tagen stationärem Krankenhausaufenthalt begonnen werden.

Für den Patienten sind somit optimale Voraussetzungen für ein gutes Operationsergebnis geschaffen.

Schulterchirurgie

Das Spektrum der Schulterchirurgie erstreckt sich über sämtliche etablierte operative Verfahren, die bei degenerativen (verschleißbedingten) oder traumatischen (unfallbedingten) Verletzungen des Schultergelenkes angewendet werden. Neben den minimal-invasiven arthroskopischen Operationsverfahren kommen auch offene Operationsmethoden zum Einsatz. Zur Versorgung von Frakturen im Bereich des Schultergelenkes stehen verschiedene moderne winkelstabile Osteosynthesematerialien zur Verfügung, falls es z.B. bei Trümmerbrüchen des Oberarmkopfes erforderlich sein sollte, kann im Bedarfsfall auch ein endoprothetischer Teil-Ersatz des Schultergelenkes durchgeführt werden.

Minimal-invasive arthroskopische Operationen:
  • Naht von Rotatorenmanschettenrupturen
  • Stabilisierungsoperationen und Labrumrefixation bei Gelenkinstabilität
  • Dekompressionsoperationen bei „Impingementsymptomatik“ (Erweiterung des knöchernen Daches)
  • Freiräumen des Gelenkes bei Gelenkverschleiß (Spülung und Knorpelglättung)
  • Entfernung von Kalkdepots
  • Entfernung von entzündeter Gelenkschleimhaut
„Offene“ Operationsverfahren:
  • Naht der Rotatorenmanschette
  • Stabilisierungsoperationen bei Gelenkinstabilität
  • Osteosynthese bei Knochenbrüchen im Schultergelenksbereich
  • Stabilisierungsoperation bei Verletzung des Schultereckgelenks
  • Laterale Klavikularesektion bei Arthrose im Schultereckgelenk
  • Implantation einer Schultergelenksteilprothese bei Trümmerbruch des Oberarmkopfes
Zur Diagnosefindung, Indikationsstellung und präoperativen Planung stehen im Juliusspital, neben der Gelenk-Sonographie und den konventionellen Röntgentechniken, ein moderner Computer- (CT) und Kernspintomograph (MRT) zur Verfügung.

Unfälle

In der interdisziplinären Notaufnahme werden durch die Abteilung für Orthopädie, Unfall- und Wiederherstellungschirurgie alle Arten von Unfallverletzungen in jedem Lebensalter therapiert. Hierbei reicht das Versorgungsspektrum von leichten Verletzungen bis hin zum schwerstverletzten Unfallopfer.

Als zertifiziertes regionales Traumazentrum ist das Juliusspital Würzburg durch die Unfallversicherungsträger (Berufsgenossenschaften, Unfallkassen) auch zur Behandlung von Arbeitsunfällen jeglicher Art ermächtigt (sog. §6 Zulassung bzw. Zulassung zum Verletzungsartenverfahren der Berufsgenossenschaften). Durch eine enge Kooperation mit den Unfallversicherungsträgern sind die notwendigen Voraussetzungen für eine zügige Wiedereingliederung in den Arbeitsprozess gegeben. Hierzu verfügt die Klinik zudem über einen eigenen Sozialdienst, so dass die Rehabilitationsmaßnahmen bereits während der Genesungsphase eingeleitet werden und die Patienten, falls notwendig, ohne Zeitverzögerung in eine Reha-Klinik entlassen werden können.

In der Notfallambulanz können kleinere Verletzungen (Schnittwunden, Gelenkverrenkungen, unkomplizierte Knochenbrüche etc.) direkt ambulant behandelt werden. Bei schwerwiegenderen Verletzungen ist eine sofortige stationäre Aufnahme zur operativen Versorgung und ggf. intensivmedizinischen Behandlung gewährleistet. Hierzu stehen der Chirurgischen Abteilung acht Betten auf der hochmodernen Intensivstation zur Verfügung.

Lebensgefährlich verletzte Patienten (Mehrfachverletzte bzw. polytraumatisierte Patienten) werden direkt in unserem modern ausgestatteten Schockraum aufgenommen und erstversorgt. Neben der Stabilisierung lebensnotwendiger Körperfunktionen kann der Patient zeitgleich weitere Untersuchungen erhalten und dann bedarfsweise einer operativen Therapie zugeführt werden.


Schockraum


Der morderne MRT des Juliusspitals




Jeder Operationssaal ist mit einem Computerterminal ausgestattet, an dem alle Röntgen- und Schnittbildaufnahmen der Patienten betrachtet und ausgemessen werden können.

Zur Diagnostik verfügt das Juliusspital über ein leistungsfähiges Ultraschallgerät, eine digitale Röntgenanlage mit digitaler Bildarchivierung, einen modernen Computer- und Kernspintomographen. Falls es das Verletzungsmuster erfordert, können so innerhalb weniger Minuten Schnittbilder vom gesamten Körper angefertigt werden. Die angefertigten Röntgen- und Schnittbildaufnahmen werden durch die digitale Bildarchivierung (PACS-System) im gesamten Haus verfügbar und können so direkt im Operationssaal am Computer in Augenschein genommen werden.

Wirbelsäulenchirurgie

Bedingt durch die stetige Zunahme der Lebenserwartung der Bevölkerung sind wir immer häufiger mit osteoporotischen (Osteoporose = Abnahme der Knochendichte und -festigkeit im Alter) Wirbelkörperfrakturen konfrontiert. Durch die verminderte Knochendichte steigt die Gefahr von Knochenbrüchen erheblich, so dass manchmal bereits eine harmlose Alltagsbelastung zu einem Wirbelkörperbruch führen kann. Häufig ist die ausgeprägte Schmerzsymptomatik der Patienten durch eine alleinige konservative Therapie (Schmerzmittelgabe, Krankengymnsatik etc.) nicht beherrschbar, was bei einem älteren Patienten durchaus zu einer dauerhaften Pflegebedürftigkeit führen kann. In vielen Fällen kann dem Patienten hier durch eine Ballon-Kyphoplastie der betroffenen Wirbelkörper geholfen werden. Bei diesem modernen und minimalinvasivem Operationsverfahren ist es möglich, den gebrochenen Wirbelkörper über zwei lediglich 1cm messende Hautschnitte zuerst wieder aufzurichten und durch anschließendes Einbringen eines speziellen Knochenzementes zu stabilisieren. Das Operationsverfahren sorgt für eine schnelle Schmerzfreiheit, bei zugleich minimaler Belastung durch den operativen Eingriff. In den meisten Fällen können die Patienten schon am Abend des Operationstages schmerzfrei und selbstständig laufen.

Röntgenaufnahmen einer Lendenwirbelsäule nach Kyphoplastie des 3. Lendenwirbelkörpers 

Im Dezember 2009 ist im Juliusspital erstmals ein neues Verfahren zur Behandlung von Wirbelkörperbrüchen erfolgreich eingesetzt worden. Dabei wird minimal-invasiv (per “Schlüsselochtechnik“) von außen ein Titan-Stützkäfig in den Wirbelkörper eingeführt, dort exakt platziert, unter Röntgenkontrolle aufgespreitzt und schließlich mit Knochenzement aufgefüllt. Auf diese Weise kann der eingesackte Brust- oder Lendenwirbelkörper kontrolliert aufgerichtet und langfristig stabilisiert werden. Dieses sogenannte OsseoFix System ist ein Implantat aus einer Kombination von Titanlegierungen und reinem Titan. Es stützt den Wirbelkörper im Bereich des Kompressionsbruches wie ein Gerüst. Die nur geringe Menge injizierten Zements verzahnt sich regelrecht mit dem „Knochenschwamm“ im Inneren des Wirbelkörpers und dem Titanimplantat. Durch eine Verzahnung von Knochen, Zement und dem Implantat ahmt die eingebrachte Materialkombination das schwammartige System aus Knochenbälkchen, die sog. Spongiosa, nach.

Weitere Informationen hierzu finden Sie im Internet unter: www.titankäfig.de

Selbstverständlich werden in unserer Abteilung auch unfallbedingte Verletzungen der gesamten Wirbelsäule konservativ oder operativ behandelt. Im Bereich der Brust- und Lendenwirbelsäule erfolgt dies zumeist mit einem winkelkstabilen Fixateur interne System über einen Operationszugang am Rücken. Die Entscheidung zur Durchführung solcher Eingriffe wird nach sorgfältiger Abwägung der Vor- und Nachteile mit dem Patienten zusammen getroffen. Ob im Verlauf noch weitere additive Verfahren von vorne (z.B. Stabilisierung des Wirbelkörpers von ventral) erforderlich sind, kann dann im weiteren Verlauf entschieden werden.