Akutgeriatrie mit unfallchirurgischem Schwerpunkt
Mit zunehmendem Alter können Verletzungen und Erkrankungen den Alltag erheblich beeinträchtigen. In unserer akutgeriatrischen Behandlungseinheit mit unfallchirurgischem Schwerpunkt kümmern wir uns gezielt um ältere Patientinnen und Patienten, die neben einer unfallchirurgischen Behandlung einen besonderen geriatrischen Versorgungsbedarf haben.
Dabei stehen folgende Ziele im Mittelpunkt:
- Erhalt oder Wiederherstellung der Selbstständigkeit
- Vermeidung oder Verringerung von Pflegebedürftigkeit
- Reduzierung des Hilfebedarfs im Alltag
- Behandlung der vielfältigen gesundheitlichen Herausforderungen älterer Menschen mit mehreren Erkrankungen
- Vorbeugung einer weiteren Verschlechterung des Gesundheitszustands
Ein wichtiger Bestandteil der Behandlung ist die geriatrische frührehabilitative Komplexbehandlung, die in der Regel etwa zwei Wochen dauert. In dieser Zeit werden unsere stationären Patientinnen und Patienten von einem interdisziplinären Team bestehend aus Geriatern, Unfallchirurgen, Pflegefachkräften sowie Physiotherapeuten, Ergotherapeuten, Logopäden, Neuropsychologen, Ernährungsberatern, Seelsorge und Sozialdienst nach einem individuellen Behandlungsplan betreut.
Durch die medizinischen, pflegerischen und therapeutischen Maßnahmen fördern wir die Mobilität, Selbstständigkeit und Lebensqualität unserer Patientinnen und Patienten. Unser Anliegen ist es, sie bestmöglich auf die Rückkehr in das gewohnte Umfeld vorzubereiten und ihnen ein weitgehend selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen.
Wann erfolgt eine Aufnahme in die Akutgeriatrie?
Die Aufnahme in die Akutgeriatrie erfolgt im Rahmen einer akutstationär erforderlichen Behandlung. Hierfür liegt eine Erkrankung oder Verletzung vor, die eine dringende medizinische Versorgung notwendig macht, beispielsweise nach einem Sturz mit anschließender operativer Versorgung.
Häufig weisen ältere Patientinnen und Patienten mehrere Begleiterkrankungen auf. Diese Multimorbidität erfordert eine individuell abgestimmte und ganzheitliche Behandlung. Zu den typischen geriatrischen Krankheitsbildern zählen beispielsweise:
- Knochen- und Gelenkserkrankungen, z. B. Mobilitäts- und Funktionseinschränkung nach Knochenbrüchen oder nach Gelenkersatzoperationen aufgrund einer Arthrose
- Herz- und Kreislauferkrankungen
- Neurologische und seelische Erkrankungen, z. B. Schlaganfall mit Lähmungen, Schluck- und Sprachstörungen, Morbus Parkinson, Depression oder psychosomatische Erkrankungen
- Diabetes mellitus und diabetische Folgeschäden
- Infektionserkrankungen, z. B. Lungenentzündungen oder Harnwegsinfektionen
- Magen- und Darmerkrankungen, z. B. Immobilisierung nach Bauch-Operationen
- Wundheilungsstörungen
- Spezifische geriatrische Funktionsstörungen, z. B. Einschränkung von Kraft und Gleichgewicht sowie verringerte Beweglichkeit mit Sturzneigung, Fehl- und Mangelernährung, Inkontinenz, chronische Schmerzen, leichte Vergesslichkeit bis zur Demenz, Delir, Sarkopenie
- Diagnose und Therapie der Osteoporose
Ausstattung und therapeutische Hilfsmittel
In unmittelbarer Nähe zur akutgeriatrischen Behandlungseinheit steht den geriatrischen Patientinnen und Patienten eine vollwertig ausgestattete physiotherapeutische Abteilung mit multiplen Behandlungs-/Therapieräumen zur Verfügung. Hier finden sich Hilfsmittel und Therapiegeräte wie z. B.:
- Gehbarren
- Bobath-Behandlungsliege
- Posturomed
- Ergometer
- Therapiebälle
- Motomed Bewegungstherapiegeräte
- Therapiebänder und Therapiekit
- Weichbodenmatten
- Schaukelbrett
- Sportkreisel/Therapiekreisel
- Holzsprossenwand
- Sensibad
- Steckspiegel für Spiegeltherapie
- Gehwägen, Rollstühle, Rollatoren
- Bewegungsschienen für Knie und Schulter
- Laufband
Um den optimalen Therapieerfolg für die geriatrischen Patientinnen und Patienten zu erzielen erfolgt im Sinne eines Synergieeffektes die physiotherapeutische Behandlung direkt in der physiotherapeutischen Abteilung.
Zusammenarbeit mit anderen Fachrichtungen
Es besteht die ständige Möglichkeit während der Behandlungsdauer andere Fachdisziplinen konsiliarisch mit hinzuzuziehen. Das KWM bietet hierbei ein äußerst breites medizinisches Spektrum, welches die Abteilungen Kardiologie, Gastroenterologie, Anästhesie mit Intensivmedizin und Neurologie, Gynäkologie sowie Urologie umfasst. Darüber hinaus erfolgt eine enge Zusammenarbeit mit der Funktionsabteilung sowie der Abteilung für diagnostische und interventionelle Radiologie. Des Weiteren ergänzt die neurologische Frührehabilitation unser Versorgungsangebot.
Sektionsleitung Akutgeriatrie
Sektionsleiter Geriatrie/Akutgeriatrie
Leitender Oberarzt der Abteilung für Orthopädie, Unfall- & Wiederherstellungschirurgie
Ständiger Vertreter im Durchgangsarztverfahren, Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie, Zusatzbezeichnungen Spezielle Unfallchirurgie, Notfallmedizin, Geriatrie
- Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie (DGG)
- Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie & Unfallchirurgie (DGOU)
- Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU)
- Mitglied der AGBN (Arbeitsgemeinschaft Bayerische Notärzte)
Stellv. Sektionsleiter Akutgeriatrie
Geriatrischer Zentrumsleiter Alterstraumazentrum, Facharzt für Innere Medizin
- Vorstandsmitglied der AFGiB (Arbeitsgemeinschaft zur Förderung der Geriatrie in Bayern)
- Leiter der Arbeitsgruppe „Interdisziplinäre Zusammenarbeit“ der AFGiB
- Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie (DGG) dort Mitglied der Arbeitsgruppen Prävention und Alterstraumatologie (DGGG)
- Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Gerontologie und Geriatrie
- Mitglied der British Geriatric Society (BGS)
- Mitglied der American Geriatric Society (AGS)
Kontakt
Sekretariat
Carina Wohlfart
Tel.: 0931/791-5150
Fax: 0931/791-5153
unfallchirurgie.juliusspital@kwm-klinikum.de
Chefarzt
Prof. Dr. med. Alexander Beck