Leistungsspektrum

Das operative Spektrum der Allgemein- & Viszeralchirurgie erstreckt sich über die Behandlung gut- und bösartiger Erkrankungen der Eingeweide von Hals, Brustwand, Brusthöhle, Bauchhöhle bis zur Bauchwand.

Am Hals werden die Eingriffe an der Schilddrüse und Nebenschilddrüse routinemäßig unter Überwachung der Stimmbandnervenfunktion (Neuromonitoring) durchgeführt. Für die Behandlung von Lungentumoren und Speiseröhrenerkrankungen in der Brusthöhle kommen alle offenen, aber auch minimal-invasive Techniken (Thorakoskopie), ebenso wie aufwändige Rekonstruktionsverfahren beim Speiseröhrenkrebs zum Einsatz.

Für die operative Therapie bösartiger Tumoren im Oberbauch stehen die Verfahren zur Leberresektion, Speiseröhrenersatz, Magenresektion und Bauchspeicheldrüsenresektion zur Verfügung.

Wesentlicher Schwerpunkt der Abteilung ist die chirurgische Therapie von gut- und bösartigen Erkrankungen des Dick- und Enddarmes. Hier sind alle modernen Operationsverfahren inkl. Pouchbildung und Einsatz minimal-invasiver Techniken fest etabliert. Durch modernste Operationsverfahren und Anwendung interdisziplinärer multimodaler Konzepte ist bei dem Enddarmkrebs der endgültige künstliche Darmausgang in einem hohem Prozentsatz vermeidbar geworden.

Weitere Schwerpunkte der Abteilung sind Leisten- und Bauchwandbrüche sowie alle minimal-invasiven Techniken an der Speiseröhre, am Magen, Gallenblase, Blinddarm, Leistenhernie, Dickdarm, bis hin zum Enddarmkrebs. Operiert wird offen oder minimal-invasiv, auch unter Einsatz modernster Kunststoffnetze zur Rekonstruktion.

Unsere Leistungen:

Tumorboard

Interdisziplinäres Tumorboard am Juliusspital
Multimodale Behandlungskonzepte haben in der modernen Tumortherapie einen großen Stellenwert. Sie erfordern zu Therapiebeginn bzw. im weiteren Verlauf die Expertise unterschiedlicher ärztlicher Disziplinen.

Tumorboard
Das im Juli 2007 am Juliusspital etablierte und wöchentlich abgehaltene Tumorboard bietet ein Podium, auf dem Chirurgen, Gastroenterologen, ein niedergelassener Onkologe, Strahlentherapeuten, Radiologen und Pathologen die Vorgehensweise bei Patienten mit Tumorerkrankungen erörtern.

Teilbereich des Darm- und Pankreaszentrums
Das Tumorboard ist der wichtigste Teilbereich des im Jahr 2009 zertifizierten Darm-/Pankreaskrebszentrums Juliusspital Würzburg. Nach gemeinsamer Sichtung von Patientengeschichte, Röntgenbildern und Gewebeproben wird ein individuelles Handlungskonzept erstellt, das sowohl die weitere Diagnostik als auch das chirurgische bzw. onkologische Vorgehen festlegt. Dieses orientiert sich an den Leitlinien der Fachgesellschaften zur Tumortherapie und an den Ergebnissen aktueller klinischer Studien.

Patientenvorstellung auch für niedergelassene Ärzte

Die stationären Patienten des Juliusspitals stehen zahlenmäßig im Vordergrund, jedoch besteht das Angebot an niedergelassene Kollegen, ihre Patienten ebenfalls im Tumorboard vorzustellen. Diese Aufgabe kann auch an die Chefärzte der Kliniken für Allgemein- und Viszeralchirurgie bzw. Gastroenterologie delegiert werden; in diesem Fall wird um Kontaktaufnahme über die jeweiligen Sekretariate gebeten:

Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie
(CA Prof. Dr. med. Ulrich Steger)

Frau Riedl
Tel. (0931) 393-1921
Fax (0931) 393-1919
allgemeinchirurgie.juliusspital@kwm-klinikum.de

Medizinische Klinik mit Schwerpunkt Gastroenterologie / Rheumatologie
(CA Prof. Dr. W. Scheppach)

Frau Fiederling
Tel. (0931) 393-1701
Fax (0931) 393-1702
gastroenterologie@juliusspital.de

Viszeralonkologisches Zentrum Juliusspital Würzburg

Aus unserem Darm- und Pankreaskrebszentrum wurde im Rahmen der Rezertifizierung durch die deutsche Krebsgesellschaft Ende 2015 das Viszeralonkologische Zentrum Juliusspital Würzburg. Auch unter dem neuen Namen können Sie sicher sein, dass wir Ihnen die bestmögliche Behandlung nach dem aktuellen Wissensstand zukommen lassen werden. Erfahren Sie mehr.

Interdisziplinäres Tumorboard
Die Keimzelle dieses Zentrums ist das interdisziplinäre Tumorboard des Juliusspitals das im Jahr 2007 eingerichtet wurde und in dem seither wöchentlich Chirurgen, Gastroenterologen, ein niedergelassener Onkologe, Strahlentherapeuten, Radiologen und Pathologen die Vorgehensweise bei Patienten mit Tumorerkrankungen erörtern.

Früherkennung bis Nachsorge
Im Darm-/Pankreaskrebszentrum Juliusspital Würzburg wird die Expertise der spezialisierten Kooperationspartner zusammengefasst und von der Früherkennung über die Behandlung bis hin zur Nachsorge aus einer Hand angeboten.
E-Mail: lungenhochdruck-sprechstunde@missioklinik.de
weitere Infos: siehe PH-Zentrum

Minimal invasive Chirurgie

Minimal-Invasive Chirurgie
Das minimal-invasive Operieren (Stichwort "Schlüssellochchirurgie") erlaubt eine Vielzahl von Operationen speziell im Bauchraum (laparoskopische Chirurgie) in schonender und kosmetisch vorteilhafter Weise (Hautschnitt 5 – 10 mm). Modernste OP-Ausstattung und der Einsatz neuester Technologien, wie HDTV-Bildschirme, neuartige Techniken und Instrumentarien, sowie speziell qualifizierte Operationsteams gewährleisten die Durchführung der Operation mit geringem Zugangstrauma für die Bauchdecke.

Rasche Erholung nach Operation
Für den Patienten bedeutet das deutlich weniger Schmerzen, eine raschere Erholung und verkürzte Mobilisationsphase nach der Operation. Das Risiko im Hinblick auf Thrombose, Lungenembolie und Lungenentzündung sinkt deutlich. Das speziell entwickelte Instrumentarium sowie 3 Chip-Optiken mit Videokamera werden über kleine Hülsen in die entsprechende Körperhöhle eingebracht. Die minimal-invasive Chirurgie stellt einen besonderen Schwerpunkt in unserer Klinik dar. Schon 1990 wurde die minimal-invasive Technik zur Behandlung des Gallensteinleidens am Juliusspital eingesetzt.

"Schlüssellochchirurgie"
Im Rahmen eines differenzierten Konzeptes zur chirurgischen Therapie des Leistenbruchs bietet das Juliusspital als minimal-invasive Technik den totale-extraperitoneale Zugang (TEPP) an.
Können auch noch nicht alle Operationen in der Chirurgie minimal-invasiv durchgeführt werden, so sind doch eine Vielzahl von Eingriffen an unserer Klinik schon heute möglich:

Leistungsspektrum:
  • Gallenblasenentfernung bei Steinleiden (Cholezystektomie) 
  • Blinddarmentfernung bei akuter Entzündung (Appendektomie bei Appendizitis) 
  • Bruchoperationen bei Leistenbrüchen (TEPP) 
  • Bruchoperationen bei Zwerchfellbrüchen und Refluxerkrankungen (Refluxoesophagitis) 
  • Dickdarmsegmententfernungen bei entzündlichen Dickdarmerkrankungen (Divertikulitis) 
  • Dick- und Enddarmoperationen bei bösartigen Tumoren (Kolorektales Karzinom) in ausgewählten Fällen 
  • Magenoperationen bei Magentumoren 
  • Lösung von Verwachsungen im Bauchraum (Adhäsioloyse) 
  • Diagnostische Bauchspiegelung (Klärung unklarer Bauchbeschwerden)

Hernienchirugie

Durch frühe Spezialisierung in der Chirurgie der Bauchwandbrüche steht am Juliusspital ein in hohem Maße spezialisiertes Team erfahrener Chirurgen und Pflegekräfte zur individuellen und kompetenten Behandlung der Hernie zur Verfügung.

Hernienzentrum Juliusspital
Eine Hernie ist ein „Bruch“ der Bauchwand bei dem sich durch eine Lücke das Bauchfell in Form einer sackartigen Ausstülpung nach außen vorwölbt. Die Lücke kann angeboren oder erworben sein. In die entstandene Bauchfellausstülpung können Eingeweide (großes Bauchnetz, Dünn- und Dickdarmanteile) rutschen und einklemmen. Diese Situation kann lebensgefährlich sein.
Daher ist es erforderlich die entstandene Lücke rechtzeitig (am besten geplant) operativ zu verschließen. Dies geschieht entweder durch feste Nähte oder mit einem Kunststoffnetz, das die Lücke verschließt.
Folgende Hernien werden im Hernienzentrum versorgt:
  • Leistenbruch
  • Nabelbruch
  • Narbenbruch
  • Bauchwandbruch
  • Zwerchfellbruch
Die differenzierte Therapie des Leistenbruchs reicht von der netzfreien offenen Methode durch eine Kunststoffnaht nach Shouldice, über die offene spannungsfreie Reparation mit Netz nach Lichtenstein bis hin zur minimalinvasiven total extraperitonealen Netzimplantation (Schlüssellochoperation) die vor allem bei Rezidiv- oder doppelseitigen Leistenbrüchen angewandt wird. Leistenbrüche werden, insbesondere bei jüngeren Patienten, in der Regel ambulant versorgt. Ältere Patienten mit multiplen Begleiterkrankungen werden ebenso, wie Patienten mit sehr großen, doppelseitigen oder wieder aufgetretenen Brüchen kurzstationär 3 bis 5 Tage behandelt.

Die operative Therapie der großen und kleinen Bauchwandbrüche incl. dem Narbenbruch erfolgt in der Regel durch die offene Netzeinlage in der Sublay-Technik. Hier wird nach Verschluss der Bruchlücke zwischen Bauchfell und Bauchdeckenmuskulatur ein Kunststoffnetz zur Verstärkung eingelegt. Durch die Verwendung von Kunststoffnetzen hat sich die Rückfallquote bei Bauchwandbrüchen deutlich reduzieren lassen. Kleinere Brüche, wie z.B. Nabelbruch und „Trokarhernie“ werden nur mit einer Kunststoffnaht versorgt.

Im Rahmen der chirurgischen Therapie der Refluxkrankheit wird der Zwerchfellbruch minimal-invasiv durch Nähte verschlossen.

Operationssäle

Operationssäle
Fachliche Kompetenz, neue Operationssäle und hochwertiges Instrumentarium garantieren eine Chirurgie nach modernsten Gesichtspunkten. Jährlich werden bei fast 1700 stationär behandelten Patienten ca. 2000 operative Eingriffe durchgeführt. Die OP-Abteilung ist im 1. Untergeschoss des Klinikneubaus an der Koellikerstrasse angesiedelt.

OP-Management
Von den fünf Operationseinheiten werden täglich mindestens zwei durch die Allgemein- und Viszeralchirugie ausgelastet. Hierbei ermöglicht ein sehr gutes OP-Management den patientengerechten Ablauf operativer Eingriffe, die anschließende Betreuung im Aufwachraum und auf der Intensivstation. Eine straffe zeitliche und räumliche Koordination verschiedenster Spezialisten (Operateure, Anästhesisten, Pflegekräfte) ermöglicht es, für Patientenzufriedenheit, wirtschaftliches Arbeiten, prompte Behandlung und kurze Verweildauer der uns anvertrauten Patienten zu sorgen.

Die korrekte Terminierung geplanter Eingriffe – ambulant oder stationär - wird auch durch Notfalloperationen nicht in Frage gestellt. Einen großen Stellenwert mit stetig wachsender Tendenz nehmen die endoskopischen Operationen ein.
Das Krankenhaus Juliusspital verfügt über drei komplette Operationstürme für endoskopische Eingriffe. Hier kommt die hoch auflösende Bildgebung in HDTV- Technik zum Einsatz.

Funktionsabteilung

Funktionsabteilung
Die interdisziplinär organisierte Abteilung (Gastroenterologie/Rheumatologie, Kardiologie, Allgemein- und Viszeralchirurgie) wird organisatorisch von Prof. Dr. Wolfgang Scheppach und pflegerisch von Frau Johanna Himmel geleitet und bietet folgende Leistungen an:

Interdisziplinäre Endoskopie:
Ösophago-Gastro-Duodenoskopie (hohe) Koloskopie
Rektosigmoidoskopie
(starre) Rektoskopie
Proktoskopie und Bandligatur von Hämorrhoiden
Doppelballon-Enteroskopie
Chromoendoskopie
Endoskopische Mukosaresektion (EMR)
Zenker-Divertikulotomie
Polypektomie (Kolon. Magen)
Bougierung /Dilatation von Stenosen
Bandligatur und Sklerosierung von Ösophagusvarizen
Hämostasemaßnahmen (Injektion, Argonplasmakoagulation, Hämoclips)
Anlage von Ernährungssonden(PEG, PEJ, Zweilumensonden)
Endosonographie des oberen Magen-Darm-Trakts einschl. endosonographisch gezielter Punktionen
Rektale Endosonographie
Intestinale Stentimplantation
Palliative Tumorreduktion
ERCP, endoskopische Papillotomie, Steinextraktion aus dem Gallengang
Stentimplantation in den Gallengang und Pankreasgang
PTC-D, perkutane transhepatische Cholangiographie mit Drainage
Endoskopische Zystendrainagen
Minilaparoskopie mit Biopsieentnahahme unter Sicht
Bronchoskopie
Sämtliche endoskopischen Arbeitsplätze sind mit hochauflösenden Geräten der 90i Serie und EPK-i Prozessoren von Pentax ausgestattet. Die Anzahl der Bildpixel ist mit Endoskopen, die nach dem HD-plus Standard arbeiten, um den Faktor 4 höher als mit konventionellen Videoendoskopen. Die Detailerkennung von Schleimhautveränderungen kann durch den Einsatz von monochromatischem Licht („i-scan“) weiter gesteigert werden.

Magen-Darm-Funktionsdiagnostik:
pH-Metrie
Manometrie
H2-Atemgastests zur Diagnose einer Laktoseintoleranz bzw. bakteriellen Dünndarmfehlbesiedelung
C13-Atemgastest zur Diagnose einer Heliobactubesiedelung des Magens

Sonographie:
High-End-Sonographie inkl. farbkodierter Duplexsonographie und Kontrastmittelverstärkung
sonographisch gezielte Organpunktionen
sonographisch gezielte Punktionen von Höhlenergüssen
Gelenksonographie inkl. gezielter Punktionen

Spezielle rheumatologische Diagnostik:
Kapillarmikroskopie
Polarisationsmikroskop zur Kristalldiagnostik (Gelenkpunktate)